*** verfügt über einen angemessenen Wortschatz.

IMG_1411aa  Es ist Zeugnis-Schreib-Tag.
Und ich hab noch nicht mal angefangen und möchte schon wieder aufhören. Zeugnisschreiben hat etwas sehr unbefriedigendes. Nicht nur, weil es keinen Spaß macht, stundenlang am PC zu sitzen und unglaublich bedeutungsschwangere (ich mag das Wort an sich schon nicht leiden – das ist hier quasi Ironie²) Bemerkungen einzutippen, sondern auch, weil mir dabei mit jeder Faser meines Körpers bewusst ist, dass ich meine Schüler zu wenig kenne, um wirklich richtige, objektive Bemerkungen zu machen. Und dabei hab‘ ich dieses Jahr nur 20 statt 29 Schüler. Und ich habe sogar Beobachtungsbögen! Ja, so richtige! Und es steht auch bei jedem Schüler was drin! Aber nix hilft es.

Und dann diese Bemerkungsvorlagen:

*** verfügt über einen altersgemäßen/reichen/großen/differenzierten/angemessenen/geringen Wortschatz.

Ja Himmel, die Schüler haben nun einmal in (meinem) Unterricht gar keine Möglichkeit so viel zu quatschen, als dass ich das wirklich einschätzen könnte! Klar, es gibt Erzählrunden, Gruppenarbeiten, Mitarbeit – und ich habe sogar eine Erzählwerkstatt eingerichtet – und trotzdem kann ich mich nicht für eine dieser nichtssagenden (was ist der Unterschied zwischen groß und reich?) Bemerkungen entscheiden.

Deshalb kommt hier mein ultimativer Plan:

Die Kinder, die am meisten schwätzen und dazwischenreden –  ja, die haben definitiv einen großen Wortschatz. Die kriegen da jetzt ne 1. Dafür bekommen sie ein „hält sich nicht immer an die Gesprächsregeln“. Das find‘ ich fair.

Die Schüler, die den ganzen Tag nichts sagen, kriegen einen „angemessenen Wortschatz“. Ich geh jetzt einfach mal

 davon aus, dass die ein paar Wörter kennen. Dazu ein „formuliert selten seine eigene Meinung“. Und als Zuckerl, weil sie so brav sind und nicht dauernd dazwischenquatschen ein „hält sich an die Gesprächsregeln“

.

Na, Deutsch wär ja schon mal fast geschafft. Augen zu und weitermachen…

Advertisements