Zwischenresümee

Anton: „… weil in jeder Silbe eines Wortes steckt ein Vulkan!“

Frau B. : „…?!“

Anton: „..oder wie auch immer das wieder heißt!“

 

Frau B.: „Aha! Jetzt schreiben wir uns das in einem Hefteintrag auf. Hm… wer findet denn eine passende Überschrift?“

Jakob meldet sich: „STRESS!“

 

Stefan kommt während der Stunde zu mir: „Frau Butterbrot. Ich muss mich bei dir entschuldigen, ich habe was ganz schlimmes gemacht.“

Frau B.: „Oha. Was ist passiert?“

Stefan: „Vorher, als du mich wieder auf den Platz geschickt hast, weil ich geschwätzt und getrödelt habe, da habe ich was ganz schlimmes über dich GEDACHT!“

Stefan nimmt mit seiner linken Hand meine recht, legt sie in seine rechte und schaut mich ernst an: „Es tut mir sehr leid.“

Frau B.: „Ja, aber, also… ich kann verstehen, dass dich das geärgert hat, aber: Was hast du dir denn gedacht?“

Stefan: „Arschloch“.

 

Zwischenfazit für das 2. Schuljahr: Meine Kinder sind heillos überfordert und frech – aber unglaublich witzig😀

 

 

 

Wir sind ein „klasse“ Team!

Frau Butterbrot korrigiert gerade während ihrer Sprechstunde öde Lernwörterstationen. Die Klasse hat Religion. Ruhe.

Dann: Zögerliches Klopfen an der Tür.

„Frau Butterbrot? I-ich… muss dir was sagen…“

Stefan steht mit hängenden Schultern in der Tür.

Frau B.: „Hast du nicht gerade Religion bei Frau Schweiger?!“

Stefan: „Ja, aber… also… ich halt das nicht aus. Ich habe gegen eine unserer Klassenregeln verstoßen.“

Frau B.: „Erzähl…“

Stefan: „Ja also, ich wollte das gar nicht. Aber es kam einfach so aus meinem Mund!“

Frau B.: „…“

Stefan: „Ich habe in der Pause zu Daniela was Schlimmes gesagt.“

Frau B.: „…“

Stefan: „Und mein Gehirn wollte das gar nicht, aber…“

Frau B.: „Jetzt sag schon…“

Stefan „… und dann hab ich ganz laut FICKER zu ihr gesagt! Und ihr den Finger gezeigt! So: (Es folgte eine ziemlich überzeugende Demonstration)

Frau B.: „…“

Stefan: „… und ich weiß ja, wir sind ein klasse Team und wir machen das nicht und ich weiß jetzt nicht, was ich tun soll!“

Frau B.: „Hast du dich denn bei ihr entschuldigt?“

Stefan: „Ich hab‘ ihr dann gesagt, dass mir das rausgerutscht ist.“

Frau B.: „Weißt du was? Du gehst jetzt in die 2b und entschuldigst dich nochmal.“

Stefan: „Und bin ich auch wieder in unserem klasse Team dabei?“

Frau Butterbrot grinst.

Stefan grinst.

Happy End ❤

Letzter Schultag

„Das gibt es doch nicht! Ich habe exakt 26 Elternbriefe kopiert und einen hab ich noch. Bitte schaut jetzt ALLE noch einmal nach: WER hat KEINEN Mama-Brief in der Schultasche?“

Mario, coolster Erstklassler ever: „Vielleicht ist der ja für deine Mama?!“

Frau Butterbrot beginnt gerade der Mund zu schäumen, als Saskia meint:

„Was? Das geht doch gar nicht. Frau Butterbrot ist doch selber Mama.“

Frau Butterbrot: „Mario: Verwarnung! Saskia: Nein, ich bin keine Mama und jetzt schaut ALLE verdammtnochmal in euer Schultasche nach sonst vergess ich mich!“

Nachdem der Fall geklärt war – Robin hatte keinen Elternbrief in der Tasche – schauten die Kleinen leicht bedröppelt drein. Unsicheres Getuschel über Frau Butterbrots Kinderlosigkeit.

Frau Butterbrot: „Kinder, alles wieder gut. Ich war jetzt einfach nur sauer, weil das so lange gedauert hat und wir noch einiges vorhaben. Wir machen jetzt weiter.“

Hans, geheimer Klassensprecher, meldet sich. Und steht auf:

„Weißt du, Frau Butterbrot, du musst nicht traurig sein, dass du keine Mama bist, weil: Du hast ja uns!“

John: „Genau! Das ist eh total cool! Dann hab‘ ich nämlich zwei Mamas und das ist total praktisch!“

Hach, ich freu mich jetzt schon wieder auf den ersten Schultag🙂

Heute so:

– In der Vorviertelstunde zerbricht Hakan das Lineal von Markus, weil Markus Hakan „ausversehen“ auf den Po gehauen hat.

– Eva hat seit 20 Minuten Bauchweh und muss vor der Pause beim Vorlesen so lachen, dass sie über die ganze Schulbank und das Mäppchen ihrer Nachbarin bricht.

– Frau Butterbrot verteilt großzügig Katzenstreu – ein zweites Kind bricht und Frau Butterbrot läuft auch schon grün an.

– Nach der Pause: Hakan hat Markus noch einmal eine mitgegeben, Vivien wurde von einem Zweitklässler saftig mit Schnee eingerieben, kann aber nicht genau berichten, wer es war („Ich musste ja die Augen zumachen!“)

– Magda kämpft mit ihrem Schneeanzug. Sie steht mit den Beinen in den Ärmeln und kommt nicht mehr raus.

– Andreas‘ Trinkflasche wurde in der Pause über den Zaun geworfen. Auch von einem Zweitklässler. Der mit der blauen Mütze (???). Frau Butterbrot sprintet flugs aus dem Schulgelände, kann die Flasche aber nicht finden – zu viel Schnee.

– Felix hat endlich seinen Schuh wieder gefunden (in der Mädchentoilette?!) und brüllt mir die Kunde feucht-fröhlich ins Ohr.

– Hakan heult hemmungslos, weil Frau Butterbrot jetzt eine Mitteilung schreibt.

– Saskia will ein neues Ausmalblatt. Das mit den Dinos. Für zu Hause. Jetzt.

– Felix setzt sich mit einem Buch vor mich hin. Ich soll ihm endlich das Wal-Buch vorlesen.

„Sorry, Felix. Ich muss jetzt was schreiben. Ich les das Buch morgen vor der Pause vor.“

Felix: „Achtung, alle weg von Frau Butterbrot jetzt! SIE MUSS WAS SCHREIBEN!!!“

Die Kinder sind plötzlich still und setzen sich. Jeder arbeitet selbständig am Wochenplan. Da kommt Felix noch einmal ans Pult.

„Weißt du was, Frau Butterbrot? Du nimmst jetzt deine Sachen und gehst nach Hause. Ich mach‘ hier weiter für dich.“

❤❤❤

Butterbrot. FRAU Butterbrot.

Tim will gerade sein missglücktes Gekritzel Bild, welches er in der Vorviertelstunde schnell-schnell hingemurkst hat, wegwerfen. Da fällt ihm ein, dass man auch so tun könnte, als wäre es ein liebevoll und mühsam gezeichnetes Meisterwerk. Und man sich damit wunderbar bei der ollen Frau Butterbrot einschleimen kann.

„Schenk ich dir!“, sprach’s mit zuckerüßem Hundeblick.

„Oh, danke! Da ist ja sogar ein „M“ (ist das ein M?) drauf! Wie mein Vorname!“

„NEIN!“

„Äh…doch?“

„Nein! Du beginnst mit F!!

„Nein, ich heiße M…. Das ist mein Vorname.“

Tim schluckt. Starrt mich an. „D-d-du heißt gar nicht Frau Butterbrot mit Vorname?“

„Nein?“

„Ich dachte das ist dein Vorname! Frau Butterbrot! So nennen dich doch alle! Sogar Frau Vogel!“

„Nein, das ist mein Nachname. Genau so wie du Bergmann heißt, heiße ich Butterbot.“

Tim setzt sich geschockt und mit Eisesmiene an den Tisch. Und spricht fortan nicht mehr. Auch nicht mit der Nachbarin. Und in die ist er immerhin unsterblich verliebt.

Bis zur übernächsten Stunde. Tim meldet sich.

„Ja, Tim?“

„Du Melanie? Kann ich kurz auf’s Klo?“

Beauty Talk

Heute in der 4c:

Patrick (!) kommt vor der Englisch-Stunde an den Pult, beugt sich etwas zu weit zu mir vor und fragt: „Frau Butterbrot? Tragen Sie heute Make-up?!“

Frau Butterbrot weicht erschrocken zurück (Oh Gott: Hab ich Ränder?! Mascara verwischt? Spiegel! SPIEGEL! Jetzt! Hilfe! Schnell das Arbeitsblatt vor’s Gesicht halten!)

„Äh… also… ja?“

Patrick: „Ja, hab ich SOFORT gesehen! An den Augen! Ich merke sowas gleich! Sieht gut aus!“

Immer wieder gut.

Marius und Luca stehen in der Pause kauend und mit sehr nachdenklicher Miene vor mir. Und starren mich an.

Frau B.: „Was gibt’s?!“

Marius, mit vollem Mund: „Pfrau Butterbrot. Wie alt bissst du?“

Frau B.: „Tja! Rate!“

Marius: „Ähhhhhhhmmmm… du bist glaube ich so alt wie mein Papa…. ähm……50?“

Frau B.’s rechte Augenbraue schnellt flugs nach oben.

Luca: „Was? Nie im Leben! Haha! Frauen werden doch gar nicht so alt!“